Zwei Schläge
Liebe Leserinnen und Leser,
mit zwei Schlägen hat Oberbürgermeister Dominik Krause am 19. September das erste Fass angezapft. „O’zapft is“, und dann der alte Wunsch: „Auf eine friedliche Wiesn.“
Menschen aus aller Welt kommen in diesen Wochen nach München. Sie feiern fröhlich, friedlich und freundlich miteinander. Sie lernen sich kennen und kommen sich näher. Und sie lassen einander so sein, wie sie sind. So darf es gern bleiben. Auch nach der Wiesn.
Zwei Schläge für München. Darin steckt ein Bekenntnis: feiern - und in Frieden zusammenstehen, auch wenn es ernst wird. Heimat, Tradition achten - und offen sein für die Vielfalt der Menschen. Die Wiesn begeistert die ganze Welt. Und sie bleibt ganz münchnerisch, halt „dahoam“.
Die Zahl zwei steht im Christentum oft für wichtige Pole: Himmel und Erde, Leib und Seele, Gott und Mensch, Herz und Verstand. Sie stehen sich gegenüber und gehören zusammen.
Jesus selber ist ganz Mensch und ganz Gott. Im Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel heißt es: „Licht vom Licht … eines Wesens mit dem Vater" und: er „hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist“. Dieses Bekenntnis ist uralt, seit dem Jahr 381 ist belegt. Und wird bis heute in vielen Sprachen und Kulturen gesprochen,
Auch auf der Wiesn hört man viele Sprachen. Menschen aus fast allen Kulturen öffnen sich für eine Münchner Tradition. Das ist das eine. Und München öffnet sich für alle Gäste, die mitfeiern wollen. Das ist das andere.
Beides gehört zusammen: das Eigene und das Offene. Wer ein Zuhause hat, kann anderen die Tür öffnen. Und wer anderen die Tür öffnet, verliert sein Zuhause nicht, sondern stärkt es.
Wir vertrauen darauf: Gott hält zusammen, was zusammen gehört. Gottes Geist führt zum Frieden. Auf der Theresienwiese, in Moosach und überall, wo Menschen einander so sein lassen, wie sie sind.
Wir wünschen Ihnen gute Herbsttage, ob mit oder ohne Maßkrug. Vielleicht sehen wir uns bei einem Gottesdienst oder bei einer der Veranstaltungen, von denen Sie gleich lesen.
Herzliche Grüße von Diakon Micha Gey, Pfarrein Nicole Schally, Pfarrer Johannes de Fallois und Pfarrerin Dagmar Knecht |